Ein koordiniertes Vorgehen, rasche Entscheidungen und eine reibungslose Zusammenarbeit sind bei Großschadensereignissen entscheidend. Um genau diese Prozesse zu trainieren und weiterzuentwickeln, fand am Standort Wiener Neustadt des Universitätsklinikums Wiener Neustadt-Hochegg eine umfassende Großschadensübung gemeinsam mit dem Jagdkommando des Österreichischen Bundesheeres statt.
Das Szenario ging von einem Drohnenanschlag auf ein Kasernengelände aus. Die professionell geschminkten Statisten stellten Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Verletzungsmustern – darunter schwere Explosions- und Brandverletzungen sowie Mehrfachverletzungen – dar und sorgten so für ein besonders realistisches Einsatzgeschehen.
Insgesamt wurden 30 Verletzte in das Universitätsklinikum eingeliefert. Acht von ihnen wurden der Triage-Kategorie 1 zugeordnet und galten damit als akut lebensbedrohlich verletzt. Besonders Augenmerk lag darauf, die Übung so realitätsnah wie möglich durchzuführen und ausschließlich mit jenen personellen und materiellen Ressourcen zu arbeiten, die zum Zeitpunkt der Alarmierung tatsächlich verfügbar gewesen wären. Dadurch konnten die Abläufe unter Bedingungen trainiert werden, wie sie auch im Ernstfall vorzufinden wären.
Neben der medizinischen Versorgung standen insbesondere die Kommunikation, die Koordination der Patientenströme sowie das interdisziplinäre Zusammenspiel im Mittelpunkt der Übung. Besonders erfreulich war das Feedback der beiden externen Übungsbeobachter. Sie zeigten sich beeindruckt von der strukturierten Arbeitsweise, dem hohen Engagement aller Beteiligten sowie der hervorragenden Zusammenarbeit der interdisziplinären Teams.
„Großschadensereignisse sind glücklicherweise selten – gerade deshalb müssen wir sie regelmäßig und unter möglichst realistischen Bedingungen trainieren. Nur durch das gemeinsame Üben mit unseren Partnerorganisationen können Abläufe gefestigt, Schnittstellen optimiert und die bestmögliche Versorgung vieler Schwerverletzter innerhalb kürzester Zeit sichergestellt werden. Solche Übungen sind ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung“, betont der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Wiener Neustadt-Hochegg, Prof. Dr. Ojan Assadian, MSc, DTMH.
Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig das reibungslose Zusammenspiel von Medizin, Pflege, Verwaltung, Technik, Logistik und allen weiteren beteiligten internen und externen Bereichen ist. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun gemeinsam analysiert und fließen in die kontinuierliche Weiterentwicklung der Einsatz- und Alarmpläne ein, um auch für außergewöhnliche Schadenslagen bestmöglich vorbereitet zu sein.
BILDTEXT
Foto 1: Das Team des Universitätsklinikums Wiener Neustadt-Hochegg, Standort Wiener Neustadt, stellte bei der Großschadensübung seine hohe Einsatzbereitschaft und interdisziplinäre Zusammenarbeit unter Beweis.
Foto 2: (v.l.n.r.) Stationsleiterin Sandra Korb, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Ojan Assadian, MSc, DTMGH sowie Dr. Johannes Lanzerstorfer zogen nach der Großschadenübung eine positive Bilanz der Zusammenarbeit.
Foto 3: Ein „Verletzter“ wird im Rahmen der Übung zur Triage vor die Unfallabteilung des Universitätsklinikums Wiener Neustadt-Hochegg gebracht, wo die Ersteinschätzung und Priorisierung erfolgt.
Foto 4: Auch die Hausarbeiter des Universitätsklinikums Wiener Neustadt-Hochegg waren ein wichtiger Bestandteil der Großschadensübung und unterstützten den reibungslosen Ablauf der Logistik im Hintergrund.
Fotocredit: Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg
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Mag. Doris Pichlbauer
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