Innovativer Eingriff am Universitätsklinikum Wiener Neustadt: Neue Operationsmethode verkürzt Heilungszeit

v.l.n.r. DGKP Bernhard Fucik, DGKP Ebru Kovacs, OA Ass.-Prof. Dr. Alexander Daxecker, OA Dr. Martin Drugda, und OA Dr. Gabor Bozsaki

v.l.n.r. DGKP Bernhard Fucik, DGKP Ebru Kovacs, OA Ass.-Prof. Dr. Alexander Daxecker, OA Dr. Martin Drugda, und OA Dr. Gabor Bozsaki

WIENER NEUSTADT. Das Universitätsklinikum Wiener Neustadt setzt einen neuen Meilenstein in der endoskopischen Medizin in der Thermenregion: Das im Jahr 2024 hierorts erstmals durchgeführte Verfahren der biliodigestiven Anastomose unter Verwendung des innovativen Hot AXIOS™ Stents hat sich an der Endoskopie-Ambulanz bewährt. Das Verfahren wird eingesetzt, um eine Verbindung zwischen den Gallengängen und dem Verdauungstrakt herzustellen, wenn der normale Gallenfluss in den Darm blockiert oder unterbrochen ist.

„Das hochmoderne Verfahren markiert einen bedeutenden Fortschritt in der minimalinvasiven Therapie von Galleabflussstörungen und verbessert die Versorgung der Patientinnen und Patienten erheblich“, erklärt Ass.-Prof. Dr. Alexander Daxecker, 1. Oberarzt der Klinischen Abteilung für Innere Medizin I - Gastroenterologie und Hepatologie.

Innovatives Verfahren mit vielfältigen Vorteilen
Dank der präzisen Platzierung des Hot AXIOS™ Stents zwischen dem Gallengang und dem Verdauungstrakt ermöglicht die biliodigestive Anastomose eine effektive Drainage und Wiederherstellung der natürlichen anatomischen Funktionen. Diese minimalinvasive Methode bietet gegenüber herkömmlichen operativen Eingriffen entscheidende Vorteile:

  • Kürzere Rekonvaleszenz: Patientinnen und Patienten können bereits nach kurzer Zeit das Krankenhaus verlassen.
  • Geringeres Infektionsrisiko: Die interventionelle Methode reduziert das Risiko im Vergleich zu früheren chirurgischen Eingriffen.
  • Höhere Lebensqualität: Besonders für palliative Patientinnen und Patienten stellt dieses Verfahren eine deutliche Erleichterung dar.

Schonende Methode am Universitätsklinikum Wiener Neustadt
„Vor der Einführung dieser Technik waren große operative Eingriffe erforderlich, die neben dem höheren Infektionsrisiko auch mit einer längeren Erholungszeit für Patientinnen und Patienten verbunden war. Seit Anfang 2024 wurde dieses Verfahren an unserem Klinikum etabliert und hat sich seither bewährt“, so Ass.-Prof. Dr. Daxecker, der gemeinsam mit dem Team der Klinischen Abteilung für Innere Medizin I – Gastroenterologie und Hepatologie mit hoher Expertise diese Innovation in den klinischen Alltag integriert hat. Die biliodigestive Anastomose bietet eine schonende und praktikable Alternative zur herkömmlichen Vorgehensweise.

Herausforderungen und Voraussetzungen
Trotz der zahlreichen Vorteile erfordert das Verfahren ein erfahrenes Team von Expertinnen und Experten, sorgfältige Planung und präzise Durchführung. Nicht jede Patientin und jeder Patient kommen für die biliodigestive Anastomose in Frage. Es bedarf einer guten klinischen Verfassung, normaler Blutgerinnung und die anatomischen Voraussetzungen für den Eingriff müssen gegeben sein.
„Die Endoskopie entwickelt sich stetig weiter und mit innovativen Verfahren wie der biliodigestiven Anastomose mittels Hot AXIOS™ setzt das Universitätsklinikum Wiener Neustadt auf neue Maßnahmen in der medizinischen Versorgung. Die Implementierung solcher Technologien unterstreicht unsere Position als führendes Zentrum für endoskopische Eingriffe und unser Engagement für die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten“, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Thomas-Matthias Scherzer, MBA.

Zur Information:
Eine biliodigestive Anastomose ist eine künstlich geschaffene Verbindung zwischen den Gallengängen und dem Verdauungstrakt, die den Abfluss der Gallenflüssigkeit verbessert. Der Hot AXIOS™ Stent ist ein spezielles röhrenförmiges Implantat, das diese Verbindung offenhält. Das Verfahren wird endoskopisch, also mit einem flexiblen Schlauch über den
Mund, durchgeführt. Dadurch kann auf eine große Operation verzichtet werden, was für die Patientinnen und Patienten eine deutlich schonendere Behandlung bedeutet.


BILDTEXT
Foto:
v.l.n.r. DGKP Bernhard Fucik, DGKP Ebru Kovacs, OA Ass.-Prof. Dr. Alexander Daxecker, OA Dr. Martin Drugda, und OA Dr. Gabor Bozsaki
Fotocredit: Universitätsklinikum Wiener Neustadt

MEDIENKONTAKT
Mag. Doris Pichlbauer
Pressekoordinatorin
Universitätsklinikum Wiener Neustadt
E-Mail: doris.pichlbauer@wienerneustadt.lknoe.at