Der Graz-Marathon lockte auch in diesem Jahr wieder tausende Läuferinnen und Läufer aus der ganzen Welt an. Unter ihnen mit der Startnummer 3908 auch Prim. Dr. Balogh, MHBA, der mit seiner Teilnahme ein sichtbares Zeichen für gynäkologische Erkrankungen setzte. Das Laufshirt des Abteilungsvorstands der Gynäkologie und Geburtshilfe zierte neben einer rosa Schleife auch eine gelbe. Die inzwischen bekannte „Pink Ribbon“ zeigt die Solidarität mit Brustkrebspatientinnen. Weniger bekannt, aber nicht minder wichtig: die gelbe Schleife, die als Symbol der Solidarität mit Betroffenen von Endometriose steht.
„Erkrankungen wie Endometriose erfordern von den Patientinnen sehr viel Ausdauer, denn wer Endometriose hat, ist vermutlich bis zur Diagnose der chronischen Erkrankungen bereits sinnbildlich einen wahren (Ärzte-)Marathon gelaufen“, so der Mediziner. Er erklärt, dass es sich hier um eine Erkrankung handelt, bei der noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden muss, damit sie schneller erkannt wird.
Auch die Diagnosestellung und Behandlung von Brustkrebspatientinnen lässt sich mit einem Halbmarathon vergleichen. Die Durchführung von vielen radiologischen und pathologischen Untersuchungen, die Operation, Chemo- oder anderwärtige Infusionstherapie und Bestrahlung stehen oft als enorme Herausforderung vor den Patientinnen und ihren Angehörigen.
Bei beiden Erkrankungen spielt auch die Seele eine entscheidende Rolle. Darum ist es so wichtig eine adäquate psychologische Unterstützung, sowie die Anbindung an Selbsthilfegruppen aktiv zu fördern.
Auf den Halbmarathon konnte sich der Abteilungsvorstand gut vorbereiten: „Nach einer Knieverletzung musste ich es langsam angehen lassen. Unter dem wachsamen Auge meiner Gattin, die Physiotherapeutin ist, und mit Unterstützung meiner beiden Töchtern und Kollege und Freund András Végh habe ich dreimal wöchentlich mein Lauftraining absolviert. Eine solche Vorbereitungszeit haben die Patientinnen im Fall einer Erkrankung nicht. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir Ärzte und Ärztinnen die Beschwerden unserer Patientinnen und Patienten immer ernst nehmen, ein offenes Ohr für sie haben und der Ursache stets gründlich nachgehen“, erklärt er.
Mit 2 Stunden 8 Minuten 33 Sekunden konnte der Primar seine angestrebte Laufzeit von 2 Stunden 15 Minuten für den Halbmarathon unterbieten. Für die Frauen wünscht er sich, dass chronische gynäkologische Erkrankungen wie Endometriose bekannter werden und so künftig schneller diagnostiziert werden können.
Anmerkung: Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen, die gutartig und oft chronisch verläuft und zwischen Pubertät und Wechseljahren auftritt. Bei der Endometriose wächst Gebärmuttergewebe, das normalerweise nur in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) vorkommt, außerhalb der Gebärmutter.
BILDTEXT
Foto 1: Primar Dr. Balint Balogh, MHBA, mit seiner Gattin die ihn während des Trainings tatkräftig unterstützt hat.
Fotocredit: Landesklinikum Wiener Neustadt
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