Noch vernetztere onkologische Versorgung in Niederösterreich

Prim. Singer, Vorständin Bräutigam und Landesrat Kasser

ST. PÖLTEN - Zukunftsorientierte Maßnahmen für die bestmögliche Betreuung.

Die Anzahl der an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten steigt. Je früher die Diagnose erfolgt, desto besser sind die Chancen auf Heilung. Die NÖ Kliniken haben sich im vergangenen Jahrzehnt einen in Fachkreisen anerkannten Ruf in der Krebsbehandlung aufgebaut. Ein Zentrales Hämatologisches Tumorboard stärkt jetzt die Versorgung für Krebspatientinnen und -patienten noch weiter.

Der demografische Wandel und die steigende Lebenserwartung führen zu mehr Krebserkrankungen. Gleichzeitig stellen Fachkräftemangel, zunehmende Spezialisierung und komplexere Versorgungsstrukturen das Gesundheitswesen vor Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, Expertise zu bündeln, die Zusammenarbeit der Klinikstandorte zu stärken und eine einheitliche, qualitativ hochwertige onkologische Versorgung in Niederösterreich für die Patientinnen und Patienten sicherzustellen.

Der Gesundheitsplan 2040+ zeigt uns genau dafür Lösungen auf. „Der Gesundheitsplan schafft Klarheit und Entlastung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Durch die Zusammenführung von Kompetenzen erreichen wir eine höhere Behandlungsqualität. Mit dem NÖ Tumornetzwerk schaffen wir eine abgestufte, moderne und zukunftsorientierte onkologische Versorgung“, betont der für die Landeskliniken zuständige Landesrat Anton Kasser.

Neben großen Innovationen in der onkologischen Therapie ist das Wissen der Expertinnen und Experten ein wesentlicher Baustein für diesen erfolgreichen Weg. Ein zentrales hämatologisches Tumorboard stärkt die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Niederösterreich. Es wurde als erstes Teilprojekt des Tumornetzwerks etabliert und vernetzt alle Expertinnen und Experten dieses Fachgebiets und bündelt deren Wissen für eine bestmögliche Behandlung.

Umsetzung

Die Umsetzung des zentralen hämatologischen Tumorboards zeigt, dass dies ein Erfolgsmodell ist. Künftig soll unter dem Dach eines gemeinsamen Tumornetzwerkes NÖ für alle Krebserkrankungen ein ähnliches Vorgehen etabliert werden. Im Zuge des Tumorboards werden alle relevanten Untersuchungen vorab eingemeldet und durch die Expertinnen und Experten gesichtet. Im gemeinsamen Online-Meeting wird jeder Fall gemeinsam beurteilt und die bestmögliche Behandlungsstrategie festgelegt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen die positiven Ergebnisse, eine gemeinsame Qualitätssicherung und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des gesamten Systems.

Vorständin Elisabeth Bräutigam ergänzt: „Wir verfolgen ein klares Ziel: den schrittweisen Aufbau eines flächendeckenden Tumornetzwerks. Mit dem ersten Meilenstein haben alle Patientinnen und Patienten in Niederösterreich mit einer hämatologischen Krebserkrankung Zugang zu den Expertinnen und Experten für diese Erkrankung im Bundesland Niederösterreich, unabhängig vom Ort des Erstkontakts.“

Ein wichtiger Meilenstein ist der Start des ersten zentralen Tumorboards für Hämatoonkologie an den Klinikstandorten Krems, St. Pölten und Wiener Neustadt. Seit Oktober 2025 wird das Modell schrittweise umgesetzt und bereits seit Dezember 2025 sind alle Klinikstandorte an das Hämato-Board angebunden, und mit Beginn des Jahres 2026 nehmen bereits alle niederösterreichischen Kliniken, die onkologische Patientinnen und Patienten behandeln, daran teil. Rund 800 Patientinnen und Patienten konnten seit August von den Vorteilen dieses Experten-Netzwerks profitieren. Das Rückgrat des Erfolgs bildet ein gemeinsames, klinikübergreifendes Onkologisches Informationssystem, das allen Beteiligten zur Verfügung steht und eine nahtlose Zusammenarbeit ermöglicht.

„Die Onkologie ist heute so komplex geworden, dass es den ‚einen‘ Krebsarzt, der alle Tumorarten gleichermaßen optimal behandeln kann, in dieser Form nicht mehr gibt. An seine Stelle ist ein eng vernetztes Team von Spezialistinnen und Spezialisten getreten, die sich jeweils auf bestimmte Tumorarten konzentrieren und in ihrem Bereich höchste Expertise aufbauen“, erklärt Prim. Josef Singer, Leiter der Abteilung für Innere Medizin 2 am Universitätsklinikum Krems.
Ziel ist es, Spezialisierung und medizinische Expertise zu stärken und gleichzeitig eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe Behandlung zu ermöglichen. So wird sichergestellt, dass alle Patientinnen und Patienten bestmöglich versorgt sind.


Fotocredit: NÖ LGA (Abdruck honorarfrei nur im Zusammenhang mit der beigefügten Presseaussendung. Jegliche weitere Verwendung oder Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung der NÖ LGA).

BILDTEXTE
Bild 1: v.l. Prim. Josef Singer aus dem UK Krems, Vorständin NÖ LGA Elisabeth Bräutigam, Landesrat Anton Kasser
Bild 2: v.l. Stationsleiter der Akutdialyse DGKP Markus Hör, Prim. Martin Wiesholzer aus dem UK St. Pölten, Prim. Josef Singer aus dem UK Krems, Vorständin NÖ LGA Elisabeth Bräutigam und Landesrat Anton Kasser bei der Apherese im Universitätsklinikum St. Pölten, wo Patientinnen und Patienten mit bestimmten Knochenmarkkrebse, Lymphdrüsenkrebse und Leukämien mit einer CAR-T-Cell-Therapie behandelt werden.
Bild 3: v.l. Prim. Josef Singer aus dem UK Krems, Vorständin NÖ LGA Elisabeth Bräutigam und Landesrat Anton Kasser (Fotocredit: NLK Burchhart)

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