Pflege als wichtigste Aufgabe bis zuletzt

v.l.n.r.: DGKP Kiener Catherine, DGKP Dittmer Ulrike, MSc, DGKP Karin Hafenscher und BL DGKP Heidi Leitgeb

v.l.n.r.: DGKP Kiener Catherine, DGKP Dittmer Ulrike, MSc, DGKP Karin Hafenscher und BL DGKP Heidi Leitgeb

WIENER NEUSTADT. Das Leben ist endlich und wertvoll bis zuletzt – auch wenn keine Heilung mehr möglich ist. Gibt es für Patient:innen aus medizinischer Sicht keine Aussicht auf Genesung, kommt die Palliative Care zum Einsatz. Eine Projektgruppe im Landesklinikum Wiener Neustadt befasst sich mit dem Thema.

Seit dem Jahr 2008 gibt es den Palliativkonsiliardienst im Landesklinikum Wiener Neustadt. Derzeit besteht er aus Oberärztin Dr. Ljiljana Durovic, Dr. Barbara Urban-Jäger und Dipl. Sozialarbeiterin Lydia Fink-Baumgartner und drei Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen. Sie stehen den Angehörigen in einer hochsensiblen Lebensphase zur Seite. Vor rund zwei Jahren haben die drei involvierten Pflegefachkräfe DGKP Karin Hafenscherr, DGKP Catherine Kiener und DGKP Ulrike Dittmer, MSc und elf Multiplikatoren mit Palliativbasisausbildung im Auftrag von Pflegedirektorin Dipl. KH-BW DGKP Christa Grosz, MBA, MBA und BL DGKP Heidi Leitgeb das Projekt „Sterben und Tod – was brauchen wir?“ ins Leben gerufen.

Hilfestellung für alle Beteiligten
Ziel ist es, die MitarbeiterInnen im Landesklinikum noch mehr für den Bereich Sterben und Tod zu sensibilisieren und so die Betreuung betroffener PatientInnen sowie deren Angehörigen noch besser und umfassender zu gestalten. Die Mitglieder des Palliativkonsiliardienstes stehen gerne bei medizinischen, pflegerischen und auch psychosozialen Fragen hilfreich zur Seite.
Im Fokus steht der Mensch mit all seinen Bedürfnissen, wobei das Umfeld und die aktuelle Situation der Betroffenen berücksichtigt werden. In einer Phase des Lebens, in der Palliative Care notwendig wird, ist eine offene, sensible Kommunikation besonders wichtig. Das Team hinter dem Projekt steht bei der Thematisierung der Themen Tod und Sterben auf den Stationen gerne zur Seite und unterstützt bei der Erarbeitung des richtigen Umgangs damit im Arbeitsalltag. Vor allem der Austausch der MitarbeiterInnen untereinander ist ein wichtiger Punkt im Umgang mit einer derart sensiblen Thematik. „Jede Erfahrung in der Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen im Krankenhaus zählt und kann dabei helfen, die eigenen Bedürfnisse zu benennen, um die PatientInnen sensibel und würdevoll begleiten zu können“, so BL DGKP Heidi Leitgeb.
Die Erfahrung des Palliativkonsiliardienstes zeigt, dass vor allem interdisziplinäre Gespräche eine große Bedeutung in der Palliative Care haben. Der Austausch von ÄrztInnen und Pflegepersonen mit Schwerkranken und Sterbenden und mit deren An- und Zugehörigen über die Erkrankung und Behandlungsstrategie zur Erhaltung der persönlichen Lebensqualität der PatientInnen ist essenziell.

Der Tod ist Teil der Gesellschaft
„Das Thema Sterben als letzter Teil des Lebens soll von allen Berufsgruppen gewürdigt werden. Themen dabei sind zum Beispiel auch eine der Situation angepasste Therapie, oder die Schmerztherapie . Das Projekt Sterben und Tod soll den KollegIinnen eine Hilfestellung bieten und dabei unterstützen, die richtigen Worte zu finden“, erklärt Heidi Leitgeb. „Das Thema Tod ist Teil des Behandlungs- und Betreuungsprozesses – dazu gehört auch die Trauerarbeit. Die Medizin ist primär auf Heilung ausgerichtet. Daher ist es sowohl für das Personal als auch für viele Patient:innen und deren Angehörige eine große Herausforderung die Endlichkeit des Lebens zu respektieren und mit deren Folgen umzugehen. Mit dem Projekt ‚Sterben und Tod – was brauchen wir?‘ wird den Mitarbeiter:innen Unterstützung geboten, um ihre palliative Grundhaltung und fachliche, soziale und ethische Kompetenzen auszubauen. Dabei wird von den Kolleginnen des Palliativkonsiliardienstes Anleitung und Unterstützung geboten. Es ist unumgänglich, dass das Thema Tod auf den Stationen thematisiert wird und sich in der Pflege widerspiegelt“, steht Pflegedirektorin Grosz mit Überzeugung hinter dem Projekt.


FOTOCREDIT: LGA - Landesklinikum Wiener Neustadt

Foto (v.l.n.r.): DGKP Kiener Catherine, DGKP Dittmer Ulrike, MSc, DGKP Karin Hafenscher und BL DGKP Heidi Leitgeb

MEDIENKONTAKT
Mag. Doris Pichlbauer
Pressekoordinatorin
Landesklinikum Wiener Neustadt
E-Mail: doris.pichlbauer@wienerneustadt.lknoe.at