Premiere im Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg: Neue OP-Methode bei Beckenbodenverletzungen etabliert

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Internationale Expertise für innovative Beckenbodenchirurgie (v.l.n.r.): DGKP Andreas Landskorn; Assistenzärztin Dr. Katharina Salzberger; Prof. Dr. med. Frédéric Ris aus Genf; Oberarzt Dr. Balázs Stenczer; Primarius Ass.-Prof. Dr. med. Bálinth Balogh MHBA

Internationale Expertise für innovative Beckenbodenchirurgie (v.l.n.r.): DGKP Andreas Landskorn; Assistenzärztin Dr. Katharina Salzberger; Prof. Dr. med. Frédéric Ris aus Genf; Oberarzt Dr. Balázs Stenczer; Primarius Ass.-Prof. Dr. med. Bálinth Balogh MHBA

WIENER NEUSTADT. Im Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg wurden erstmals Levator-Plastiken durchgeführt. Die ersten sechs Patientinnen wurden bereits erfolgreich behandelt.

Erstmals wurden am Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg, Standort Wiener Neustadt, operative Rekonstruktionen des Levatormuskels durchgeführt, die in dieser Form in Österreich sehr selten umgesetzt werden. Bei sechs Patientinnen wurde dabei der durch Geburten geschädigte Beckenbodenmuskel erfolgreich rekonstruiert. Möglich wurde der innovative Eingriff durch die Zusammenarbeit mit dem international renommierten koloproktologischen Chirurgen und Entwickler dieser Operationsmethode Prof. Dr. Frédéric Ris aus Genf, der erstmals in Österreich eine Operation dieser Art begleitete.
„Dass das Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg diesen Eingriff anbietet, unterstreicht eindrucksvoll die hohe medizinische Kompetenz und Innovationskraft unseres Landes. Für Niederösterreich bedeutet das nicht nur eine Stärkung des Gesundheitsstandortes, sondern vor allem einen konkreten Fortschritt für betroffene Frauen, die damit eine innovative Behandlungsmöglichkeit direkt in ihrer Region erhalten“, zeigt sich der für die NÖ Kliniken zuständige Landesrat Anton Kasser stolz.

Geburt kann zu unbemerkten Muskelverletzungen führen
Während einer natürlichen Geburt wirken enorme Kräfte auf den Beckenboden ein. Dabei kann der sogenannte Levatormuskel überdehnt oder teilweise abgerissen werden. Solche Verletzungen sind äußerlich oft nicht erkennbar und bleiben daher nicht selten unbemerkt. Teilabrisse können bei bis zu zehn Prozent der Spontangeburten und bei bis zu 30 Prozent der Geburten mit Saugglocke auftreten.
Betroffene Frauen können in weiterer Folge unter einem instabilen Beckenboden, Beschwerden bei Geschlechtsverkehr, Problemen beim Halten von Harn und Stuhl oder Einschränkungen beim Sport leiden. Unbehandelt kann sich langfristig auch eine Senkung der Gebärmutter, Scheide, Harnblase oder Enddarm entwickeln.

Internationale Expertise nach Wiener Neustadt geholt
Die nun erstmals durchgeführten Eingriffe wurden von Ass.-Prof. Dr. Balázs Stenczer, leitender Oberarzt für Urogynäkologie und rekonstruktive Beckenbodenchirurgie, gemeinsam mit seinem Team vorbereitet. Nach sorgfältiger Auswahl wurden sechs Patientinnen für die Operationen vorgesehen.
Voraussetzung für eine Levator-Plastik sind eine spezialisierte Diagnostik und eine sorgfältige individuelle Indikationsstellung. Die Methode kommt damit gezielt für Patientinnen infrage, bei denen ein entsprechender Levatorabriss festgestellt wurde und eine operative Rekonstruktion medizinisch sinnvoll ist.
Für die Begleitung der ersten Operationen konnte der Entwickler dieser Operationsmethode, Prof. Dr. Frédéric Ris, aus Genf gewonnen werden. Der international anerkannte Spezialist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der operativen Rekonstruktion von Levatorabrissen und hat seine Methode und Ergebnisse in internationalen Fachzeitschriften publiziert.

Weiterentwicklung mit wissenschaftlichem Fokus
„Die Durchführung dieser Operationen ist für unser Klinikum ein wichtiger Schritt. Wir wollen die Methode nun im Rahmen wissenschaftlicher Studien weiterentwickeln und bei geeigneten Patientinnen auch mit anderen Beckenbodenoperationen kombinieren“, erklärt Ass.-Prof. Dr. Balázs Stenczer.

Neben der Weiterentwicklung der Operation sieht das Team auch die Aufklärung als wichtige Aufgabe. Denn je früher Levatorverletzungen erkannt werden, desto gezielter können sie behandelt und langfristige Beschwerden vermieden werden.
Mit der Operations-Premiere stärkt das Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg damit seine Position als Zentrum für moderne rekonstruktive Beckenbodenchirurgie und bringt eine innovative Behandlungsmöglichkeit für betroffene Frauen nach Niederösterreich.


Zur Information:
Der Levatormuskel, auch Afterhebemuskel genannt, ist der größte und stärkste Muskel des Beckenbodens. Er trägt wesentlich dazu bei, Gebärmutter, Scheide, Harnblase und Enddarm in ihrer Position zu halten und ist damit unter anderem für Kontinenz und die Funktion des Beckenbodens von großer Bedeutung.

BILDTEXT
Foto 1: Internationale Expertise für innovative Beckenbodenchirurgie (v.l.n.r.): DGKP Andreas Landskorn; Assistenzärztin Dr. Katharina Salzberger; Prof. Dr. med. Frédéric Ris aus Genf; Oberarzt Dr. Balázs Stenczer; Primarius Ass.-Prof. Dr. med. Bálinth Balogh MHBA 

Fotocredit: Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg
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MEDIENKONTAKT
Mag. Doris Pichlbauer
Pressekoordinatorin
Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg
E-Mail:doris.pichlbauer@wienerneustadt.lknoe.at